Die Angst, die bleibt
Es wird schon alles gut gehen, sagen sie.
Doch du weißt es schon besser, kennst doch all die Dinge, die passieren können, all die Hindernisse, die sowieso auftreten, all die Gefahren, die im Verborgenen lauern.
Du hast gesehen, was passiert, wenn es nicht gut geht. Du hast erlebt, wie Pläne scheitern, wie Menschen zerbrechen, wie Worte versprechen, was die Realität längst aufgegeben hat.
Einfach positiv denken, sagen sie.
Und du versuchst es - verzweifelt, ja schon fast panisch, doch die negativen Gedanken, Sorgen, Zweifel - sie sind nunmal da, wie könnten sie’s auch nicht sein, bei all dem, was du durchgemacht hast.
Die höllischen Schmerzen, das grausame Leiden, der erbitterte Kampf und letztlich die verzweifelte Hoffnung, die am Ende doch wieder zerstört wurde.
Hab einfach Vertrauen, sagen sie.
Aber wie kannst du das noch - angesichts deiner Erfahrungen, des Erlebten, der immer wiederkehrenden Enttäuschung?
Es ist ein bittersüßes Gefühl, es ein, es ist allgegenwärtig.
Es ist ein Wirbelsturm, der Städte zerstört, es ist eine Flut, die Erde mitreißt, es ist ein Schatten, der alles Licht langsam erstickt.
Es ist nicht wegzudenken, so gern du es würdest, so sehr du es versuchst, so verzweifelt du auch darum kämpfst.
Es lähmt, es erstickt, es zerreißt dich.
Es ist die Furcht, die immer wiederkommt.
Es ist die Unruhe, die dich nicht loslässt.
Es ist die Angst, die bleibt.